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Hohes NEB

NEB (negative Energiebilanz) tritt auf, wenn der Energiebedarf für Laktation, Erhaltung und Aktivität die Energieaufnahme übersteigt. In diesem Fall beginnt die Kuh, Körperfett und Muskelmasse zu mobilisieren, um das Energiedefizit auszugleichen. NEB kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden, darunter Ketose, Metritis, mikrobielle Veränderungen, Hitzestress usw.

Die angezeigten Warnungen sind in zwei Kategorien unterteilt:

  1. Niedriges Risiko NEB: Das Fett-Eiweiß-Verhältnis liegt zwischen 1,3 und 1,5.
  2. Hohes Risiko NEB: Das Fett-Eiweiß-Verhältnis liegt über 1,5.

*Die Schwellenwerte für NEB-Warnungen sind standardmäßig festgelegt und können an die Bedürfnisse des Betriebs angepasst werden.

Die Zahlen in den grauen Rechtecken zeigen, wie viele Kühe Anzeichen eines hohen NEB-Zustands aufweisen. Diese Kühe werden entweder der Hochrisikogruppe oder der Niedrigrisikogruppe zugeordnet. Die Pfeile neben den Rechtecken geben die Tendenz im Vergleich zum Vortag an, und die Zahlen neben den Pfeilen (außerhalb der Rechtecke) zeigen die genaue Veränderung der Kuhanzahl.

Automatisierte NEB-Prävention

BouMatic HerdLine (BHL) bietet eine fortschrittliche, vollautomatische Lösung zur Prävention der Negativen Energiebilanz (NEB) über BouMatic Melkroboter-Systeme. Jedes Tier wird überwacht, während seine Milch durch den Sensor fließt. Werden Abweichungen vom normalen Fett-zu-Protein-Verhältnis (FP-Verhältnis) erkannt, beginnt das HerdLine-System damit, dem Tier flüssige Energieergänzungen zuzuweisen. Diese intelligente Automatisierung verbessert nicht nur die Tiergesundheit und Leistung, sondern optimiert auch den Ressourceneinsatz und spart Zeit und Kosten, indem präventive Maßnahmen gezielt dort eingesetzt werden, wo sie benötigt werden.

Wie funktioniert es?

  • Datenerfassung und Überwachung

Das BHL-System erfasst kontinuierlich Daten zu jeder Kuh. Durch die Überwachung des FP-Verhältnisses erkennen die Algorithmen frühzeitig Anzeichen eines NEB-Risikos und senden ein Signal an den Roboter, dass ein flüssiges Supplement ausgegeben werden muss.

  • Zuteilung des Energiegetränks

Nach Erhalt des Signals von BHL überprüft der Roboter das Melkintervall und berechnet die auszudosierende Menge. Nachdem das flüssige Energiegetränk ausgegeben wurde, sendet der Roboter den Zeitstempel und die Menge zurück an BHL, wo diese Informationen dem Nutzer angezeigt werden.

  • Kontinuierliche Überwachung

Das Tier wird während dieses Prozesses weiter überwacht. BHL stellt sicher, dass das Tier in den gewünschten Bereich des Fett-zu-Protein-Verhältnisses zurückkehrt, bevor die Gabe des flüssigen Supplements beendet wird. Außerdem speichert BHL alle ausgegebenen Mengen sowie die Gesamtmenge pro Tier. So erhält der Nutzer Einblick in die Wirksamkeit des ausgewählten Energiegetränks.

  • Individuelle Konfiguration

Der Nutzer kann in der BHL-App verschiedene Parameter einstellen, um sicherzustellen, dass das System genau so arbeitet, wie er es wünscht.

Praxisbeispiel

Hier liegt das Hauptziel in der Prävention von Ketose. Deshalb erhalten wir häufig Rückmeldungen, dass das Tier „gesund wirkt“. Milchindikatoren verändern sich jedoch früher als Blutindikatoren oder klinische Symptome auftreten. Wenn ein Tier daher in die Hochrisikogruppe eintritt, wird empfohlen, es zu überwachen und bei weiteren negativen Veränderungen mit einer Behandlung zu beginnen.

Im vorliegenden Beispiel zeigte das Tier von Beginn der Laktation an eine NEB-Warnung mit hohem Risiko. Für ein Tier in der frühen Laktation ist dieser Zustand normal, jedoch erwarten wir bei entsprechender Betreuung eine Rückkehr zu normalen Werten. Die Überwachung zeigte jedoch keine Verbesserung, und ab Tag 37 verschlechterte sich ihr Zustand, bis schließlich Ketose diagnostiziert wurde. Am ersten markierten Tag wurde nur Glukose gemessen (4,7). Am zweiten markierten Tag wurden sowohl Glukose (3,9) als auch BHB (1,3) gemessen, es wurde jedoch keine Behandlung dokumentiert. Der dritte Eintrag erfolgte bei DIM = 39, als die Glukose bei 4,1 lag und der BHB-Wert bereits 3,2 erreicht hatte. Wie wir sehen können, erholte sich das Tier nicht.